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Zweitstudium Medizin

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Medizinstudium als Zweitstudium: Wie läuft die Bewerbung ab?

Beim ersten Anlauf hat es nicht geklappt - vielleicht gelingt es jedoch beim Zweiten? Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, im Zweitstudium Medizin zu studieren. Die Gründe sind vielfältig. Oft ist diese Entscheidung jedoch auf ein früheres Scheitern bei der Aufnahme zurückzuführen. Doch gibt es auch Studierende, die erst später im Leben ihre Begeisterung für das Fach entdecken - und dies, nachdem sie bereits einen Abschluss in der Tasche haben. Zum Erstbewerbungsverfahren liegen zahlreiche Informationen und Leitfäden vor. Anders verhält es sich im Hinblick auf das Medizinstudium als Zweitstudium. Hier haben es Studieninteressierte oft schwer, denn die Wege zum Medizinstudium sind nicht ganz so deutlich ausgeschildert wie beim Erstbewerbungsverfahren.

Welche Faktoren spielen beim Zulassungsverfahren eine wichtige Rolle?

Früher war der Abiturschnitt ausschlaggebend und bestimmte, ob man zum Medizinstudium zugelassen wurde. Seit dem Sommersemester 2020 ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Nun wird bestimmten Eignungsverfahren, wie dem Mediziner-Test (TMS), eine höhere Bedeutung zugeschrieben. Es geht also nicht mehr nur um die Noten, sondern darum, ob man auch tatsächlich für den Arztberuf geeignet ist. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen Studieninteressierte das Medizinstudium mit ihrem bisherigen Beruf verknüpfen und später nicht unbedingt als Arzt oder Ärztin tätig sein möchten. 

Um im Zweitstudium der Medizin Chancen zu haben, sollte man sich des Aufwandes bewusst sein, der ein solches Studium mit sich bringt. Sie müssen mit mindestens sechs Jahren rechnen, in denen Sie sehr intensiv lernen und sich gänzlich dem Studium widmen müssen. Während dieser Zeit müssen Studierende auch eine Famulatur absolvieren. Daraufhin schließt sich, an das eigentliche Studium, auch noch eine Assistenzartzeit an. Im Großen und Ganzen müssen Sie also mit mindestens zehn Jahren rechnen, die Sie in die Ausbildung investieren müssen.

Wie werden die Studienplätze vergeben?

Die Statistik ist nicht vielversprechend: Lediglich drei Prozent aller Studienplätze für Medizin werden an Zweitbewerber vergeben. Die Zulassung wird durch die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) in Dortmund organisiert. Dabei spielt die Abschlussnote des Erststudiums bei der Zulassung zum Zweitstudium der Medizin eine bedeutende Rolle, außerdem muss eine ausführliche Begründung vorliegen, wieso der oder die Studieninteressierte Medizin studieren möchte. Gelegentlich wird auch versucht, den Studienplatz einzuklagen. Allerdings gibt es keine Erfolgsgarantie, und auch mit der Begründung für die Klage bewegt man sich in der Regel auf dünnem Eis. Als rechtliche Grundlage dient die Behauptung, die betreffende Universität nutze ihre Studienplatzkapazitäten nicht voll aus. Man kann zwar Glück haben und einen Studienplatz einklagen, in der Praxis kommt dies jedoch nur sehr selten vor.

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

BAföG gibt es nur in den seltensten Fällen. Gelegentlich kommt es zu einer Finanzierung, wenn man belegen kann, dass das Zweitstudium für den angestrebten Beruf unerlässlich ist. Doch auch dies ist nur äußerst selten der Fall. Es kann jedoch ein Härtefall vorliegen, bei dem eine Finanzierung möglich ist - beispielsweise, wenn man aufgrund persönlicher Umstände seinem bisherigen Beruf nicht mehr nachgehen kann und eine Umschulung notwendig ist. In der Realität kommt dies jedoch ebenfalls nur sehr selten vor.

Ist das Studium im Fernstudium möglich?

Aufgrund der praktischen Seite, die für den Arztberuf ausschlaggebend ist, ist nur ein Präsenzstudium möglich. Als Fernstudium werden Fächer angeboten, die sich im medizinischen Bereich befinden, die jedoch kein eigentliches Medizinstudium im klassischen Sinn darstellen.

Kann man das Zweitstudium im Ausland absolvieren?

Wer keinen Studienplatz für ein Medizinstudium in Deutschland erhält, kann sich im Ausland umsehen. Im Ausland zu studieren, ist einer der Wege zum Medizinstudium. Somit steigern sich die Chancen für Medizin als Zweitstudium um ein Vielfaches.

Heute ist diese Vorgehensweise aufgrund der Internationalisierung der Studiengänge gerade in der Europäischen Union gang und gäbe. Wer sein Medizinstudium an einer Universität in der Europäischen Union oder der Schweiz abschließt, erhält in Deutschland problemlos die Approbation zum Arzt. Beliebt sind Studienplätze an österreichischen Universitäten, da es in diesem Fall keine Sprachbarrieren gibt. Allerdings kann man auch in osteuropäischen Ländern erfolgreich sein, zudem mittlerweile die meisten Universitäten Studiengänge in englischer Sprache anbieten. Selbstverständlich ist das Medizinstudium auch außerhalb der EU möglich, allerdings muss man damit rechnen, in Deutschland eine weitere Prüfung ablegen zu müssen.

Was sind wissenschaftliche Gründe für ein Zweitstudium?

Wer im Zweitstudium Medizin studieren möchte, muss triftige Beweggründe haben und diese auch in einem Motivationsschreiben darlegen. Als Beweggrund kann die Notwendigkeit eines Studiums dienen, wenn ein bestimmter Beruf ohne dieses nicht ausgeübt werden kann. Es können aber auch wissenschaftliche Gründe vorliegen, die ein Medizinstudium unabdingbar machen. Wenn Studieninteressierte eine wissenschaftliche Forschungstätigkeit im medizinischen Bereich anstreben, ist ein Medizinstudium in der Regel ein absolutes Muss. Eine richtige Argumentation für einen Studienplatz kann letztendlich zum gewünschten Erfolg führen. 

Wenn es nach absolviertem Studium dann an der Zeit ist den Stellemarkt zu sondieren, lohnt es sich in unserem Karrieremanagement für angehende Mediziner kostenfreie Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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