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Work-Life-Balance im Klinikwesen: eine Quadratur des Kreises?

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Im Gesundheitswesen ist eine gute Work-Life-Balance für Mediziner und Pflegekräfte meist ein Problem. Individuelle Regelungen sind jedoch oftmals möglich.
Das Thema Work-Life Balance nimmt im Gesundheitswesen einen besonderen Platz ein. Dies hat mehrere Gründe. Den wichtigsten Aspekt bildet dabei der Umstand, dass Heilung und Pflege keine Pausen kennen. Wer schwer krank ist muss an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr versorgt werden. Dies führt vielfach zu Dienstplänen, die sich mit einem geordneten Familienleben, regelmäßigen Hobbies oder anderen Freizeitbeschäftigungen nur schwer in Einklang bringen lassen. Für Mediziner wie auch das Pflegepersonal stellt diese Situation ein hohes Maß an Belastung dar.

Eine schwierige Ausgangslage

Die häufig ungünstig gelegenen Arbeitszeiten im Gesundheitswesen sind nicht zuletzt auch dem Umstand geschuldet, dass es in vielen Bereichen an geschultem Personal fehlt. Entsprechend schwierig wird es mit der Work-Life-Balance nicht nur für Mediziner, sondern auch für Krankenschwestern, Pfleger und andere Arbeitnehmer mit Stellen im Gesundheitswesen. Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren verschlimmern. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Verdienstmöglichkeiten für niedergelassene Fachärzte oft deutlich besser sind als für angestellte Mediziner im Krankenhaus. Hinzu kommen die familienfreundlicheren Arbeitszeiten durch relativ frei wählbare Öffnungszeiten für die Praxis. Beim Pflegepersonal sind die Verdienstmöglichkeiten ohnehin gering, was bereits jetzt zu einem Mangel an Fachkräften auf vielen Feldern geführt hat. Hier fehlt es an Nachwuchs, der die Last auf mehr Schultern verteilen könnte, um wiederum bessere Bedingungen für alle zu schaffen - ein Teufelskreis.

Das Problem wird sich verschärfen

Diese Ausgangslage wird sich in der Zukunft weiter verschlechtern. Hierzu trägt vor allem der demografische Wandel bei. Dieser führt bereits jetzt dazu, dass immer weniger Menschen im Medizin- oder Pflegewesen tätig sind. Gleichzeitig führt die zunehmende Überalterung der Gesellschaft dazu, dass der Bedarf an Kräften in diesen Bereichen immer weiter zunimmt. Die Folge ist, dass das wenige vorhandene Personal immer mehr Schichten übernehmen muss. Auf diese Weise wird eine vernünftige Work-Life-Balance im Gesundheitswesen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch deutlich schwieriger werden, als sie es bereits jetzt ist - es sei denn, Bund, Länder und Arbeitgeber tragen dazu bei, die gefragten Berufsbilder für junge Leute, Wieder- und Quereinsteiger attraktiver zu machen.

Flexibilisierung der Arbeitszeit

Eine Lösung hin zu einer verbesserten Work-Life-Balance kann beim beschriebenen vorhandenen Mangel an Personal praktisch nur in einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten liegen. Ein starres Einteilen der Arbeitszeit in Schichten dürfte in den meisten Kliniken schon bald der Vergangenheit angehören, um den persönlichen Bedürfnissen der Mediziner und des weiteren Personals überhaupt noch gerecht werden zu können. Hierbei kommen unterschiedliche Modelle in Betracht. Diese betreffen etwa die Einführung von Gleitzeit bei bestimmten festen Kernzeiten, damit zentrale Aufgabenbereiche jederzeit sicher abgedeckt sind. Vielfach wird auch über 7/7 Arbeitszeitmodelle nachgedacht wie sie häufig bei Polizei und Feuerwehr praktiziert werden. Hier folgen auf sieben Tage mit entsprechend längeren Schichten jeweils sieben freie Tage. Aber auch Springerpools und Jobsharing-Modelle können ein gutes Mittel sein, um Flexibilität für beide Parteien sicherzustellen.

Nicht jedes Modell ist dabei für jede Klinik und jeden Bewerber in gleicher Weise geeignet.​ Entsprechend macht es Sinn, sich im Hinblick auf die Ausgestaltung der Arbeitsorganisation verschiedene Optionen in Betracht zu ziehen und dabei auch die Bedürfnisse des individuellen Bewerbers nicht außer Acht zu lassen. Mediziner wie auch Pflegepersonal werden in Zukunft deutlich mehr Auswahl bei der Suche nach einem Arbeitsplatz haben. Entsprechend wichtig ist es für Kliniken, schon jetzt damit zu beginnen, am eigenen Image als Arbeitgeber zu arbeiten. Hierbei spielen Arbeitszeiten und eine vernünftige Work-Life-Balance eine wichtige Rolle. Denn wer im Gesundheitswesen tätig ist, achtet häufig auch in besonderer Weise auf das eigene Wohlbefinden.

Jetzt tätig werden

Wer mit der eigenen Work-Life-Balance unzufrieden ist, sollte spätestens jetzt bereits die richtigen Weichen stellen. Viele Arbeitgeber ermöglichen schon jetzt Arbeitszeitmodelle, die die Bedürfnisse von Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Einklang bringen. Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Kliniken zusammen, die großen Wert auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben legen und Ihnen somit Zeit für die Familie, Weiterbildungen oder Freizeitausgleich zusichern. Gerne finden wir gemeinsam mit Ihnen einen Arbeitsplatz, der Ihren Vorstellungen entspricht - sei es im ärztlichen Dienst oder im pflegerischen Bereich.