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3 Minuten Lesezeit (623 Worte)

Das Sabbatjahr im Gesundheitswesen

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Wer in medizinischen oder pflegenden Berufen arbeitet, lernt über kurz oder lang, mit anhaltendem Stress und Überforderung zu leben. Was aber, wenn das an die Substanz geht? Dass ein Sabbatical helfen kann, neue Kraft und Motivation zu schöpfen, ist schon lange bekannt. Weil aber gerade im Gesundheitswesen Pflichtbewusstsein und Hilfsbereitschaft eine zentrale Rolle spielen, fällt es Ärzten, Gesundheits- und Krankenpflegern oft schwer, sich eine Auszeit einzugestehen und zu nehmen. Hinzu kommt, dass so mancher Arbeitgeber den Gedanken grundsätzlich ablehnt.

Das Sabbatjahr - ein lebenskluges Gebot aus biblischen Zeiten

"Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen", heißt es im 2. Buch Mose. Das Bild vom ausgelaugten Acker, der ein Jahr der Ruhe benötigt, um wieder Früchte zu bringen, passt perfekt auf die kräftezehrenden Tätigkeiten im Gesundheitswesen. Rechtlichen Anspruch auf eine Auszeit mit der Option, wieder in den Betrieb zurückzukehren, haben in Deutschland jedoch nur die wenigsten Arbeitnehmer. Zu ihnen zählen Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst; den Beschäftigten der chemischen Industrie garantiert der Tarifvertrag seit 2014 ein Sabbatical. In allen übrigen Branchen ist das Sabbatjahr Vereinbarungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer - so auch im Gesundheitswesen.

Wunsch und deutsche Realität

Geistige und körperliche Erholung, Sehnsucht nach der Ferne, persönliche Weiterentwicklung oder der Wunsch, sich intensiv anderen Menschen zu widmen, werden am häufigsten als Gründe für ein Sabbatjahr genannt. Etwa ein Drittel aller Beschäftigten liebäugelt mit der Idee, und wiederum nur ein Drittel von diesen setzt den Wunsch in die Tat um. Häufig scheitert die Umsetzung an den Gegebenheiten. Kleine Firmen tun sich schwerer als größere Betriebe damit, einen Mitarbeiter eine Zeit lang vollständig freizustellen. Generell sind Frauen eher erfolgreich darin, sich eine Weile aus dem Berufsleben auszuklinken - häufig stehen dahinter andere fordernde Aufgaben, etwa die Pflege von Angehörigen*. Den Personalmangel im Gesundheitswesen erlebt der Einzelne nicht selten als Verpflichtung, im Hamsterrad zu bleiben und weiter Raubbau an den eigenen Ressourcen zu betreiben. Auch diese innere Hürde gilt es zu überwinden.

Von der Idee zur Planung

Von einem (Kurz-)Sabbatical spricht man bei einem Zeitraum von 4 Wochen bis zu 9 Monaten - im Gesundheitswesen möglicherweise eine gute Alternative zum klassischen, vollen Sabbatjahr. Hilfreich bei der Vorbereitung einer substanziellen Auszeit ist eine Checkliste, die dabei helfen kann, finanzielle und andere Untiefen einer zunächst unstrukturierten Zeit zu umschiffen. Zu den wichtigsten Fragen gehören unter anderen:
  • Wie lange soll die Auszeit dauern, und wofür soll sie hauptsächlich genutzt werden? Gerade im Gesundheitswesen kann Weiterbildung ein entscheidendes Argument für die Genehmigung eines Sabbaticals sein. Es spricht auch nichts dagegen, Fortbildungen mit Reisen und/oder sozialem Engagement zu verbinden - oder die Zeit zur reinen persönlichen Weiterentwicklung zu nutzen.
  • Wie steht es um die Finanzierung? Wenn Sie nicht finanziell unabhängig sind, sollten Sie diese Frage langfristig angehen. Je länger im Voraus Sie das Projekt Sabbatical angehen, desto interessantere Optionen lassen sich verwirklichen.
  • Was ist in Sachen Kranken- und Pflegeversicherung zu beachten? Ohne Gehaltsfortzahlung bleiben Sie bis zu 4 Wochen gesetzlich versichert, danach müssen Sie sich selbst darum kümmern. Einige Modelle, darunter das Sabbatical durch Arbeits- oder Zeitwertguthaben, erlauben es, Überstunden, Boni, Weihnachtsgeld et cetera anzuhäufen und sich diese während des Sabbaticals als Gehalt auszahlen zu lassen.
  • Wer wird Sie in Ihrer Abwesenheit vertreten? In einigen Positionen ist es unumgänglich, sich selbst Gedanken über einen geeigneten Ersatz zu machen, in anderen kann dies nach Rücksprache dem Arbeitgeber überlassen werden. Unabhängig von der Regelung sowie der Größe des Unternehmens kommt sehr wahrscheinlich eine Übergangszeit auf Sie zu, in der Sie Ihren Stellvertreter einarbeiten.

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Die Planung einer längeren Auszeit erfordert eine klare Zielsetzung und Argumentation, sowohl sich selbst als auch dem Arbeitgeber gegenüber. Arbeitsethos und Personalsituation im Gesundheitswesen halten viele organisatorische und emotionale Fallstricke parat, die auf den ersten Blick gegen ein Sabbatjahr sprechen. Andererseits stehen auch in Deutschland längst nicht mehr alle Arbeitgeber dem Sabbatical ablehnend gegenüber. Ob Sie eine neue Stelle suchen, die ein Sabbatjahr ermöglicht, oder einen guten Stellvertreter während Ihrer Abwesenheit - wir von BeyondHealth beraten Sie gerne und helfen, Ihre Vorstellungen zu realisieren.


*https://de.statista.com/infografik/7663/einstellung-der-deutschen-arbeitnehmer-zum-sabbatical/

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