Montag, 03 August 2015 12:10

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie – Prüfen auf Herz und Nieren

Klar, was das Berufsbild eines Frauenarztes oder eines Zahnarztes umfasst, kann man sich schon irgendwie denken. Aber was macht eigentlich ein Nephrologe? Die Dialyse überwachen oder steckt mehr dahinter? Wir stellen die Fachdisziplin Nephrologie und deren wichtigste Anlaufstelle in Deutschland, die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie, vor!

Prävention auch ohne Schmerzen

Die Niere ist ein echter Schwerstarbeiter: Bis zu 300 Mal am Tag filtert sie die gesamte Blutmenge unseres Organismus. Kurzum: Die Niere filtert Abfallprodukte des Stoffwechsels und andere Rückstände und sorgt für deren Abtransport. Funktioniert die Niere nicht einwandfrei, kann es zu einer gestörten Blutbildung und der Anreicherung von Giftstoffen und somit zur Schädigung von Organen kommen!

Problematisch dabei: Nierenerkrankungen gehen zu Beginn nicht mit Schmerzen einher, Betroffene wissen daher oft nichts von ihrem Leiden. Daher ist eine Früherkennung besonders wichtig. Blutdruck und Niere bedingen sich wechselseitig: Bluthochdruck führt zu Nierenschäden und beeinträchtigte Niere lassen den Blutdruck steigen. Auch Diabetes-Patienten haben ein hohes Risiko Nierenschäden zu entwickeln.

Zur Vorbeugung vor akuten und chronischen Nierenerkrankungen kann jeder beitragen: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, die Vermeidung von Übergewicht und Nichtrauchen – also alles, was die Gefäße schützt– schonen auch die Niere. Ebenfalls wird von einer unkontrollierten, dauerhaften Einnahme von nierenschädlichen Schmerzmitteln abgeraten!

Die Bedeutung der Nieren geht weit über die Entgiftung des Körpers hinaus: Sie sind Produktionsstätte wichtiger Hormone, regeln den Blutdruck und der Wasser- sowie den Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Auch haben sie Einfluss auf andere Organe: Das Sprichwort „Auf Herz und Nieren prüfen“ kennen wir alle. Doch obwohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die Haupttodesursache ist, ist ein Zusammenhang von Herz- und Nierenerkrankungen erst seit gut 10 Jahren bekannt. Experten sprechen hier vom kardiorenalen Syndrom: Herz- und Niereninsuffizienz treten zeitgleich auf oder die Schwäche des einen Organsystems zieht die des anderen nach sich. Daher ist bei diesem Krankheitsbild eine interdisziplinäre Behandlung erforderlich.

Komplexe Krankheitsbilder durchschauen

Genauso wie die Nieren sind auch Nephrologen echte Alleskönner! Nierenerkrankungen betreffen oft den gesamten Organismus und treten in komplexen Krankheitsbildern auf. So müssen Nephrologen fit in allen internistischen Bereichen sein. Daher ist es auch sehr wichtig mit Fachärzten aus anderen Disziplinen wie beispielsweise der Kardiologie, Diabetologie oder Endokrinologie zusammenzuarbeiten.

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie

Deutsche Gesellschaft für Nephrologie_LogoDie Deutsche Gesellschaft für Nephrologie ist seit 2008 der Dachverband für alle deutschen Ärztinnen, Ärzte und Wissenschaftler(innen), die sich im klinischen oder wissenschaftlichen Kontext mit der Nephrologie auseinandersetzen. Seit zwei Jahren ist Prof. Dr. Floege Präsident der Fachgesellschaft. Er ist Direktor der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik RWTH Aachen – übrigens die bundesweit erste Klinik mit einer Herz-Nieren-Station.

Forschung und Aufklärung haben Priorität

Die rund 2400 Mitglieder starke Fachgesellschaft verfolgt unterschiedliche Ziele, um ihre Fachdisziplin zu fördern: „Für die Stärkung der Forschung und Fort- und Weiterbildung im Fachbereich Nephrologie, ist die Fachgesellschaft stets bemüht, den wissenschaftlichen Dialog in allen Bereichen der Nieren- und Hochdruckkrankheiten zu fördern und zu unterstützen.“, so Prof. Dr. Floege. Ein weiteres Ziel der Fachgesellschaft ist der stetige Ausbau der Weiterbildungsstrukturen an Universitäten, Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen im Bereich Nephrologie. „Damit auch in Zukunft nierenkranke Patienten optimal versorgt werden können, setzt sich die Fachgesellschaft für ein erhöhtes Bewusstsein für Nierenkrankheiten in der Gesellschaft ein.“, so Prof. Dr. Floege weiter. Durch Prävention und Maßnahmen der Früherkennung soll die Zahl der dialysepflichtigen Patienten, auch im Zuge des demografischen Wandels, nicht alarmierend ansteigen. Daher ist es auch oberste Priorität der Fachgesellschaft, neue Forschungserkenntnisse der Nephrologie so schnell wie möglich im klinischen Alltag umzusetzen. Um diese Ziele erfolgreich durchzusetzen ist die Fachgesellschaft bemüht, stets neue Ärztinnen, Ärzte und Wissenschaftler(innen) aufzunehmen.

Individuelle Förderung und gemeinsamer Austausch

„Um einen Beitritt, gerade für junge Mediziner attraktiv zu gestalten, ist die Mitgliedschaft für Studierende kostenlos. Weiterhin schreiben wir regelmäßig Reise- und Forschungsstipendien aus. Wir wollen auch junge Wissenschaftler(innen) unterstützen, die bisher noch keine umfangreichen Zuwendungen für ihre Projekte erhalten haben.“, erläutert Präsident Prof. Dr. Floege. Für junge Ärzte in der Nephrologie hat die Kommission Nachwuchs der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie das Mentoringprogramm „nephrofuture“ ins Leben gerufen, in dem junge Ärzte Unterstützung von erfahrenen Kollegen erhalten können. Während des jährlichen Kongress für Nephrologie haben alle Mitglieder die Möglichkeit, sich in unterschiedlichen Symposien und Fachvorträgen mit Kollegen aus ganz Deutschland austauschen – eine hervorragende Möglichkeit für Networking und Karriereplanung innerhalb des Fachgebietes!

Was sind die Hauptaufgaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie?

  • Aufklärungsarbeit, um im Zuge des demografischen Wandels einen dramatischen Anstieg von Patienten mit Niereninsuffizienz zu vermeiden
  • optimale Versorgung der Patienten sichern
  • Ausbau der Forschung sowie der Fort- und Weiterbildung
  • Vorteile einer Mitgliedschaft: Besuch Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Forschungs- und Reisestipendien

Warum sollte ich Nephrologe werden?

  • Interesse an komplexen Zusammenhängen im menschlichen Organismus
  • regelmäßiger Kontakt zu anderen Fachdisziplinen
  • Menschen mit chronischen Nierenkrankheiten weiterhin dabei unterstützen, ein aktives Leben zu führen
  • Interesse an Aufklärungsarbeit

Mehr Informationen zum Berufsbild des Nephrologen gibt es in der Broschüre „logisch ? – nephrologisch!“

Stellenangebote, die Sie interessieren könnten!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok