Dienstag, 16 Februar 2016 11:22

Nachgehakt: Approbation von Ärzten aus Drittstaaten

In den vergangenen Monaten haben uns vermehrt Bewerbungen von Ärzten erreicht, die ihr Medizinstudium außerhalb der Europäischen Union abgeschlossen haben. Vor allem im ländlichen Raum werden hierzulande medizinische Fachkräfte händeringend gesucht. Das passt doch super zusammen. Oder nicht?  Ohne eine humanmedizinische Approbation dürfen Ärztinnen und Ärzte, die außerhalb der EU ihre medizinische Ausbildung absolviert haben, innerhalb der EU keine ärztlichen Tätigkeiten durchführen.

Die Anerkennung der medizinischen Ausbildung und Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2, wünschenswert jedoch C1, sind Voraussetzung für eine Approbation. Die Deutschen haben zu ihrer Bürokratie schon eine Hassliebe, noch schwerer werden die Hürden, wenn man die deutsche Sprache erst noch erlernen muss. Aus diesem Grund haben wir uns vorgenommen, dieses Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und herauszufinden, inwiefern bisherige Verfahren verbessert werden können und was das für die Personalberatung im Gesundheitsbereich bedeutet.

Nicht akzeptable Hürden?

„Besonders in einer Zeit, in der es zunehmend schwierig wird, die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum aufrecht zu erhalten, kann Zuwanderung qualifizierter Ärztinnen und Ärzte, aber auch im Bereich der Pflege, eine tolle Chance sein, sofern man sie als solche erkennt “, sagt Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Auf eine Anfrage hin erhielt Frau Schneider von der Landesregierung NRW die überraschende Antwort, dass im Jahr 2015 fast ein Drittel weniger Anträge auf eine Approbation gestellt wurden, als 2014. Dabei stellt sich aber auch die Frage, ob tatsächlich weniger Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten zu uns kommen, oder ob bereits der Antrag auf eine Approbation eine zu große Hürde darstellt und vereinfacht werden muss.

Individuelle Förderung als Motor für eine gelungene Integration

„Das Beherrschen der deutschen Sprache ist die erste und wichtigste Voraussetzung für die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Speziell zugeschnittene Sprachkurse für medizinisches Fachpersonal sind daher unerlässlich, um das Sprachniveau B2 für eine Approbation schnellstmöglich zu erreichen“, betont Frau Schneider. Wichtig daher: die Kenntnisse der Ankommenden zügig zu ermitteln, um eine individuelle Förderung auch der fachsprachlichen Kenntnisse zu ermöglichen. Die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften im Bereich Gesundheit und Pflege ist eine Chance, die es nun zu nutzen gilt!

Wir danken Frau Schneider für das interessante Gespräch!

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