Freitag, 16 Juni 2017 11:19

Vernetzteres Leben = besseres Leben?

Der diesjährige Digitalgipfel unter dem Motto „Vernetzt besser Leben“ ist vorbei.

Was passiert ist und wohin uns das führt? Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Dass Deutschland beim Thema Digitalisierung nicht gerade mit „Highspeed“ unterwegs ist, ist kein Geheimnis. Dass der Rest der Welt nicht auf uns wartet, auch nicht.

Beim Digital-Gipfel der Bundesregierung am 12. und 13. Juni in der Metropolregion Rhein-Neckar war man sich einmal mehr einig, dass Deutschland das Tempo anziehen muss.

Dass die Bundesregierung letztendlich auch die Wichtigkeit dieser Botschaft erkannt hat, zeigte sie auch durch das hohe Aufgebot an Minister*innen: Gesundheitsminister Gröhe, Wirtschafts- und Energieministerin Zypries, Ministerpräsidentin RLP Dreyer und Kanzlerin Merkel erschienen persönlich, um für die Beschleunigung der Digitalisierung einzustehen.

Zum thematischen Schwerpunkt wurde dieses Jahr die Digitalisierung im Gesundheitswesen ernannt.

Telemedizin, Exoskelett, Wearables und eHealth – Angela Merkel sieht in der Digitalisierung des Gesundheitswesens zuallererst „große Wertschöpfungsmöglichkeiten“. Um das zu gewährleisten, muss allerdings „eine leistungsfähige Infrastruktur“ geschaffen werden – auch rechtlich. 

Den größten Streitpunkt bildet immer noch der Umgang mit Patientendaten. Kanzlerin Merkel fordert in diesem Zuge eine „Informationsoffensive“, um zu zeigen „welcher Rechtsrahmen in Zukunft gelten wird“. Zunächst müssen diese Richtlinien jedoch ausgehandelt werden.

Als Königsdisziplin dieser Aushandlungen gilt die vom Patienten selbst (und nicht vom Arzt) geführte Akte.
Wichtig ist, dass der einzelne Patient erkennen kann, welche Daten von wem genutzt werden können. Alle medizinischen Daten eines Patienten zu sammeln und zu bündeln, bietet ganz neue Möglichkeiten seinen Gesundheitszustand zu betrachten und  zu behandeln.
Mehr noch: es befähigt die Behandelnden die Daten eines Patienten mit den Daten von bis zu 3000 anderen Patienten zu vergleichen und so die Diagnose präziser zu formulieren.
Gleichzeitig gib es Daten, beispielsweise Röntgendaten, die hochpersönlich und hochsensibel sind. Sind diese Daten sicher? Sicher ist nur: es gibt keine hundertprozentige Sicherheit dieser und weniger sensibler Daten; die wird es niemals geben.

Was es aber noch eine lange Zeit geben wird, sind Diskussion und Aushandlungen neuer Fragen, die während dieses Findungsprozesses entstehen werden. Vor allem ethischer Fragen.

Dazu gilt es sich ganzheitlich Gedanken zu machen um das Zusammenkommen zwischen Menschen und Maschinen. Es sind nicht zuletzt gesellschaftliche Fragen, deren Beantwortung – oder zumindest den Versuch einer Beantwortung – Deutschland viel zu lange als Zukunfts-Gedankenspiele abgetan hat.
Nun hat die Bundesregierung  gezeigt, dass die Aushandlung dieser Antworten auf der Agenda ganz oben stehen sollte. Ein kräftiges Zeichen, dem allerdings auch bald Taten folgen sollten.

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