Alternativer Lebenslauf als kreativer Einstieg in die Bewerbungsphase

Geschrieben von BEYONDHEALTH am . Kategorie Themen

Denkmal drüber nach. Alternativer Lebenslauf als kreativer Einstieg in die Bewerbung.

Was steckt hinter dem Konzept alternativer Lebenslauf? Der Lebenslauf ist bekanntlich das Herzstück einer Bewerbung. Aber dokumentiert diese Urkunde wirklich die wichtigsten Ereignisse eines Lebens? Wer nicht sorgfältig arbeitet, vernachlässigt den Menschen hinter einer Bewerbung und damit sich selbst. Die Liste aus beruflichen Stationen und bildungsrelevanten Meilensteinen sollte man alternativ erarbeiten. Zumindest in einem ersten Schritt.

Bewerbungsgespräche werden nur selten und außerdem von wenigen Bewerbern routiniert geführt. Die anderen sind entweder so gut qualifiziert, dass sie fest im Sattel sitzen oder sie bewerben sich nur auf Zuruf oder wenn sie es selbst für richtig halten. So zumindest der Glaube in fachkräftemangelleidenden Branchen wie der Medizin.

Der Schweizer Mats Staub bietet jetzt im Rahmen eines langfristigen Projekts eine Anregung, sich mit den zehn wichtigsten Ereignissen seines Lebens auseinanderzusetzen.

Als Personalberater mit einem engen, dialogorientierten Kontakt zum Bewerbermarkt für ärztliche Positionen stecken wir bei BEYONDHEALTH mitten in der Routine. Routine ist hier eine Kompetenz. Wir führen täglich Gespräche und selbst wenn wir uns genug Zeit für jeden einzelnen Bewerber nehmen, wollen wir möglichst schnell auch den Menschen hinter der Bewerbungsmappe kennen lernen.

Wir sind der Meinung, die Verläufe von Leben bieten mehr als nur Aufzählungen beruflicher Stationen und einer dokumentierten Lern- und Leistungsfähigkeit, die sich durch Zeugnisse, Zertifikate und Urkunden belegen lassen.

Der Mensch hinter dem Lebenslauf

Arbeitgeber (unsere Auftraggeber) interessieren sich auch für die Gedanken, Gefühle und vor allem die Werte, die den Menschen hinter einer Bewerbung ausmachen. Auch wenn diese Einzigartigkeiten in einem ersten Gespräch nicht immer offensichtlich zu Tage treten. Dieses Empfinden und Wollen liegt in der Natur der Menschen. Im ernst gemeinten, persönlichen Dialog richten Gesprächspartner wechselseitig Ihre sinngetriebene Sensorik darauf aus, mehr über den anderen zu erfassen.

Eine souveräne Bewerbung zeichnet sich dadurch aus, dass der Mensch, der sein Wissen und Können anbietet, ebenso gut weiß, was ihn als Mensch auszeichnet. Sich diese Souveränität zu erarbeiten ist nicht leicht.

Viele Menschen kennen den Punkt, sich vor ein leeres Blatt Papier zu setzen, um eine Bewerbung zu verfassen. Um was geht es mir? Was erwartet die Gegenseite von mir? Auf was kann ich mich verlassen? Was erscheint unsicher und muss argumentativ durchdacht werden?

Auf sich selbst vertrauen zu können ist dann sehr wichtig. Das weiße Blatt Papier für die ersten Skizzen zum eigenen Lebenslauf liegt bereit. Aber wo soll ich beginnen? Die Anordnung der beruflichen Stationen ist noch einfach. Doch ist es nicht so, dass sich parallel auch Erinnerungen und Gedanken einschleichen. Hier kann es interessant sein, den eigenen Gedanken Spielraum zu bieten und Reflektion zu dulden. Wir empfehlen, sich mit Blick auf das nächste Bewerbungsgespräch, darauf einzulassen.

Welches Ereignis hat mich bewogen, den einen oder anderen Schritt im Leben zu unternehmen? Was hat mich geleitet, einen bestimmten Weg zu gehen und Entscheidungen zu treffen?

Dann wird es zunehmend komplex. Haben diese Gedanken wirklich etwas mit meiner Bewerbung zu tun? Was davon interessiert den künftigen Arbeitgeber? Muss ich ihn an meinen intimen Gedanken teilhaben lassen, um den Job zu kriegen? Wie weit soll ich gehen? Welche Haltungen an mir wird er schätzen, welche wirken sich möglicherweise kontraproduktiv aus, wenn ich damit offen umgehe?

Wir sind uns einig. Es passiert viel zwischen den Zeilen. Die perfekte Bewerbung macht noch keinen neuen Job. Viel Unbekanntes und vor allem Unentdecktes schwingt mit, wenn ich den Schritt der Veränderung wage.

Vom Kunstprojekt alternativer Lebensläufe

Denkmal drüber nach. Alternativer Lebenslauf als kreativer Einstieg in die Bewerbung.

Denkmal über Dein Leben nach. Alternativer Lebenslauf als kreativer Einstieg in die Bewerbung.

Vielleicht finden wir bei BEYONDHEALTH deshalb das neue Langzeitprojekt des Schweizers Mats Staub so spannend.

Mats Staub sammelt Lebensläufe, die sich an den zehn wichtigsten Ereignissen im Leben eines Menschen orientieren. Er bietet eine Anleitung, wie es gelingen kann, einen solchen, alternativen Lebenslauf zu verfassen. Die Bewertung der zehn wichtigsten Ereignisse nimmt er dem Verfasser nicht ab. Doch er bietet einen Rahmen für eine möglichst in zwei Stunden und in einer kurzen, völlig frei von inhaltlichen Konventionen verfassten Erarbeitung einer Momentaufnahme.

Das Ziel ist der alternative Lebenslauf, der eher als eigentümlich, atmosphärisches Selbstprotrait daherkommt und in sich wiederum die Spielräume aufzeigt, die wir brauchen, um über uns selbst nachzudenken. Durch die Beschränkung auf zehn Ereignisse verdichtet sich unser Leben in einem einzigartigen Dokument, das vielleicht auch größere, aktuell nicht sichtbare Lücken aufzeigt. Diese Kombination reicht aus, um ein phantasievolles Nachdenken über Werdegänge und Weichenstellungen zu arrangieren. Übrigens auch bei völlig fremden Personen, die sich im Rahmen des Kunstprojekts mit dieser Form von Lebenslauf beschäftigen sollen.

Anleitung zum alternativen Lebenslauf

Die vollständige Anleitung mit Blick auf das Kunstprojekt findet sich unter www.zehn-wichtigste-ereignisse-meines-lebens.net. Wer nicht Teil des Kunstprojekts sein will und seinen Lebenslauf nicht beim Künstler einreicht, für den stellen wir die wichtigsten Punkte der Anleitung mal in den Kontext zur Vorbereitung einer Bewerbung:

  • Die Ausführung der einzelnen Punkte sollte zwei Stunden nicht überschreiten. Die zwei Stunden dürfen aber unterbrochen werden. Es handelt sich um eine Momentaufnahme.
  • Zunächst ist das heutige Datum und die aktuelle Uhrzeit wichtig. Diese Angaben müssen notiert werden.
  • Vorname und Geburtsjahr werden ebenfalls niedergeschrieben.
  • Chronologisch werden dann die Orte erfasst, an denen man gewohnt hat. Der aktuelle Ort steht oben.
  • Danach werden alle beruflichen Stationen – bei denen man Geld verdient hat – in einer ebenfalls chronologischen Liste erfasst.
  • Danach kommt der Reflektierende zu den zehn wichtigsten Ereignissen seines Lebens. Es müssen nicht DIE zehn wichtigsten Ereignisse des Lebens sein, sondern zehn wichtigste Ereignisse, die gerade heute im Moment der Erarbeitung der Liste für wichtig erachtet werden. Die Beispiele zeigen, dass es durchaus Granulate umfassender Geschehnisse sein dürfen. Was kristallisiert sich heraus, wenn Sie einen großen Meilenstein im Leben hinterfragen?
  • Das Ereignis wir mit Monat und Jahr erfasst.
  • Jedes Ereignis wird in der Gegenwartform verfasst und es bedarf keiner Erläuterungen und keiner Kommentare. Obwohl im Beschriebenen die Emotion spürbar sein darf.
  • Als Schlussstein wird wieder das aktuelle Datum mit Uhrzeit dokumentiert.

Vielleicht wird beim Studieren der anleitenden Aufzählung schon klar, dass der alternative Lebenslauf nicht die einfachste Form ist, eine Bewerbungsphase zu starten.

Es ist aber kreativer, als in Hast und Eile die nötigen Papiere zusammen zu kramen und diese in die übliche Norm zu gießen. Aufbauend auf einem so erstellten Lebenslauf administrieren Sie Ihre Bewerbung sicher auf eine gewisse Art eindrücklicher. Die sich anschließenden Dialoge und Gespräche werden davon profitieren.

Denkbar ist auch, einen solchen alternativen Lebenslauf für Online Profile zu verwenden. Ein Beispiel ist die XING Über Mich Seite, die bei vielen Mitgliedern leer bleibt, weil nicht klar ist, was man dort einbaut. Erarbeiten Sie einfach einen alternativen Lebenslauf, den Sie in den Kontext stellen, sich berufsorientiert öffentlich zu zeigen. Welche zehn wichtigsten Ereignisse würden Sie dann benutzen?

Bei BEYONDHEALTH erwarten wir nicht, dass Sie uns Ihren alternativen Lebenslauf präsentieren. Max Staub freut sich darüber. Doch nutzen Sie diese Anregung doch, damit wir schon im ersten Schritt mehr über den Menschen erfahren, der mit uns in Kontakt tritt. Wir freuen uns auf Sie. Und natürlich auf Ihre Bewerbung mit Lebenslauf in traditioneller Form.

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